Die Ausstellung
zeigt wichtige Tendenzen abstrakter Kunst der 1960er Jahre in Deutschland
aus der Daimler Kunst Sammlung: Konstruktivismus, Zero, Minimal Art,
Konzept und Serialität. Von Vorläufern der 1950er Jahre ausgehend
- wie Josef Albers, Norbert Kricke, Herbert Zangs,
Siegfried Cremer - reflektiert die Schau abstrakte Kunstentwicklungen
in den Städten Frankfurt, Düsseldorf und Krefeld, Stuttgart,
Berlin, München und blickt auch auf angrenzende Schweizer Positionen.
Vorgestellt werden rund 60 Werke von 25 Künstlerinnen aus dem Zeitraum
von 1954 bis 1974.
Charlotte
Posenenske
Vierkantrohre SerieD 1967
Die 1977
gegründete Daimler Kunst Sammlung hat einen Schwerpunkt im Bereich
der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts, von dem Stuttgarter Kreis um
Adolf Hölzel von 1910 über Bauhaus, Konstruktivismus,
Konkrete Kunst, Minimalismus, konzeptuelle Tendenzen, Neo Geo bis in die
jüngste Gegenwartskunst. Auf dieser Basis wurden in den letzten zehn
Jahren gezielt Werkgruppen deutscher Künstler/innen hinzu erworben,
die wegweisende Tendenzen der Abstraktion in den 1950er und 1960er Jahren
repräsentieren.
Norbert
Kricke
Raumplastik
WeissBlauRot 1954
In den 1960er
Jahren konnte sich in Deutschland, zunächst weitgehend unabhängig
von amerikanischen Entwicklungen der Zeit, ein eigenständiger
Minimalismus entwickeln, vielfach unmittelbar angeregt von und in
Auseinandersetzung mit den Ausläufern der Konkreten Kunst und
der europäischen Zero-Avantgarde, die seit 1957 von Düsseldorf
ausgehend mit ungewöhnlich inszenierten Ausstellungen und spektakulären
Projekten für den öffentlichen Raum die Aufmerksamkeit
auf sich zog. Die Stelen, Kuben, im Raum liegenden oder vor der
Wand stehenden Bildobjekte der Zero-Künstler repräsentierten
um 1959/60 für die deutsche Kunst einen qualitativ wichtigen
neuen Schritt.
Für den
Übergang zu einem spezifisch deutschen Minimalismus war im
weiteren die Düsseldorfer Kunstakademie 1962 bis etwa 1970
von großer Bedeutung. Das Werk von Joseph
Beuys als Lehrer an der Akademie bildete für viele seiner
Studenten in den 1960er Jahren die Basis der Auseinandersetzung
mit einem minimalisierten bildhauerischen Inventar.
In der Klasse
von Karl Otto Götz entwickelte der
junge Franz Erhard Walther ab 1962 an der
Düsseldorfer Akademie seine ersten protominimalistischen Objekte,
ihm folgten 1964/65 Imi Knoebel, Imi Giese und
Blinky Palermo als Schüler von Beuys. Parallel formulierten
Hanne Darboven in Hamburg als Schülerin des Zero-Künstlers
Almir Mavignier, Charlotte Posenenske in
Offenbach (sie war 1951/52 Schülerin von Willi
Baumeister in Stuttgart) und, außerhalb akademischer Zusammenhänge,
Peter Roehr in Frankfurt erste Ansätze
ihres minimalistischen Werks. 1966 begann Erwin
Heerich die Arbeit an seinen Planzeichnungen auf Rasterpapier
und an den Kartonplastiken. In Berlin entwickeln Eckhard
Schene und Peter Benkert reduzierte
plastische Bildobjekte und Skulpturen.
Beteiligte Künstler
Josef Albers, Karl-Heinz
Adler, Peter Benkert, Hartmut Böhm, Siegfried Cremer, Hanne Darboven,
Karl Gerstner, Imi Giese, Mathias Goeritz, Kuno Gonschior, Gerhard von
Graevenitz, Heijo Hangen, Erwin Heerich, Gottfried Honegger , Norbert
Kricke, Thomas Lenk, Heinz Mack, Georg Karl Pfahler, Verena Pfisterer,
Charlotte Posenenske, Christian Roeckenschuss, Peter Roehr, Ulrich Rückriem,
Eckhard Schene, Klaus Staudt, Franz Erhard Walther, Herbert Zangs