
Losgelöst
von konkreten inhaltlichen und motivischen Bezügen untersuchte
Frank Stella in seinen Bildern das Verhältnis und die Wirkungsmöglichkeit
von Bildfläche, Farbe und Form. In der weiteren Entwicklung
seines Werkes hat Stella diese Überlegungen in den dreidimensionalen
Raum ausgeweitet. Plastische Formen sprengen das flächige
Bild, ragen aus ihm heraus, erzeugen eine auch körperliche
Dynamik und verwischen die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur.
Auch der skulptural weit ausgreifende Werkkomplex nach
Heinrich von Kleists Prinz Friedrich Arthur von Homburg muss so
verstanden werden.
Die turbulenten, dramatischen, aktiv sich von jeder Bildfläche
lösenden Einzelteile in Form von bemalten, eigentlich gemalten
Aluminiumflächen werden von einer Konstruktion aus Trägern
und Stahlseilen in der Schwebe gehalten, sodass die Skulptur aus
unterschiedlichen Blickwinkeln jeweils einen anderen Charakter
entwickelt. Die Elemente des Bildes und ihre Gesamtheit erobern
sich ihren autonomen Raum, ohne Abbild von etwas zu werden oder
in körperliche, plastische Masse überzugehen. Man kann
zu der überraschenden, aber doch nachvollziehbaren Schlussfolgerung
kommen: Stellas Prinz Friedrich Arthur von Homburg ist keine Skulptur,
sondern ein Bild im Raum.