Seit
1997 verwendet Jan van der Ploeg (*1959 Amsterdam, lebt in Amsterdam,
NL) für seine Malerei als wiederkehrendes Modul das grip,
dessen Form sich von den Griffen der Umzugskartons herleitet.
Kunsthistorisch referieren das Motiv und die modulare Malerei auf die
Minimal Art: an jene als blps betitelten malerischen Interventionen
eines Richard Artschwager aus den 1960er Jahren sowie an die seriell
reduzierten Wandmalereien Sol LeWitts.
Zugleich
darf man daran erinnern, dass die Verbindung von Bild, Wand, Raum und
Architektur im Medium von Farbe und Form zu den systematisch verfolgten
Ideen der holländischen De Stijl Bewegung der 1920er Jahre zählte.
Jan van der Ploeg variiert die Basisform seiner Wandmalereien je nach
den architektonischen Vorgaben.

Im
konkreten Fall hatte er den ungewöhnlichen Ablauf der Wand um eine
Raumkurve herum sowie die Unterteilung in einfache Wandstücke und
tragende Betonstruktur zu berücksichtigen.
Die liegenden Ovalformen des grip geben der durchbrochenen
Wandstruktur eine bildnerische Verdichtung und zentrieren zugleich die
Aufmerksamkeit des Betrachters. Die großflächigen Farbfelder
hingegen leiten die Wahrnehmung über die Grenzen des Bildes hinaus
in den Raum.